Zur Geschichte des Weimarer Zwiebelmarkts

(Aktuelle Informationen unter weimar.de)

Der Zwiebelmarkt, auch Zwiebelkirmse genannt, ist der einzige Markt, der sich als typisches Volksfest mit örtlicher Eigenart seit dem Mittelalter bis heute erhalten hat.

Er entwickelte sich aus dem jährlichen Markt für Obst und Feldfrüchte und wurde das erste Mal urkundlich erwähnt am 4. Oktober 1653 als „Viehe- und Zwippelmarkt“. Seine Anziehungskraft vergrößerte sich stetig und bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts blieb er das Einkaufszentrum von Mitteldeutschland.

Den Hauptmarktanteil hatten die Heldrunger Bauern mit den bekannten Zwiebelrispen, mit Lauch, Sellerie und anderem Gemüse. (1886 kostete eine Zwiebelrispe 20 Pfennige.) Seit jeher findet der Zwiebelmarkt auf dem Frauenplan und in der heutigen Schillerstrasse (früher Esplanade) statt, mittlerweile ist jedoch die gesamte Innenstadt miteinbezogen.

In der „Zwiebelmarktordnung“ von 1872 wurde er festgelegt auf ein bis drei Tage im Oktober. Nach 1900 war es nur noch ein Tag und ab dem 2. Oktober 1949 veranstaltete man ihn am zweiten Sonnabend im Oktober. Seit den 90er Jahren besteht nun wieder die Möglichkeit drei Tage an dem bunten Treiben teilzunehmen.

Das Symbol des Zwiebelmarktes ist unbestreitbar der Zwiebelzopf, für dessen kunstvolle Gestaltung die Heldrunger Zwiebelbauern bekannt sind. Jedes Jahr wird ein Wettstreit veranstaltet nach dem längsten Zwiebelzopf, welcher dann versteigert und der Erlös einem guten Zweck gestiftet wird.

Der Verkauf von Zwiebel- und Speckkuchen wurde erst um die Jahrhundertwende des vergangenen Jahrhunderts auf die Zeit des Zwiebelmarktes konzentriert.

Zeitlich ebenfalls mit diesem Markt verbunden war der Töpfermarkt auf dem Herderplatz, am Graben und auf dem Teichplatz. Fremde Händler waren zugelassen und fahrende Töpferfrauen kamen mit buntgeschmückten planbespannten Leiterwagen unter anderem aus Bürgel, Jena und Orlamünde nach Weimar.